Posts mit dem Label Ehe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ehe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 21. November 2019

Gedanken zur Verlobung von Josef und Maria

Mt. 1,18 Es folgt die Geschichte der Geburt von Jesus, dem Messias: Seine Mutter Maria war mit Josef verlobt. Da stellte sich heraus, dass Maria ein Kind erwartete, obwohl sie noch nicht miteinander geschlafen hatten. Sie war durch den Heiligen Geist schwanger geworden. 19 Josef, der schon als ihr Ehemann galt, war ein gewissenhafter und gottesfürchtiger Mann. Er nahm sich deshalb vor, den Ehevertrag stillschweigend rückgängig zu machen, um sie nicht bloßzustellen. 20 Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum. "Josef", sagte er, "du Sohn Davids, zögere nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen. Denn das Kind, das sie erwartet, stammt vom Heiligen Geist. 21 Sie wird einen Sohn zur Welt bringen, den du Jesus, Retter, nennen sollst, denn er wird sein Volk von seinen Sünden befreien.

Der Text redet davon, dass Josef und Maria verlobt waren. Wie muss man sich das vorstellen? Zur damaligen Zeit war es üblich, dass die Brauteltern mit dem Bräutigam oder dessen Eltern einen Ehevertrag abschlossen. Dabei wurde den Brauteltern ein Brautpreis überlassen, womit die Braut in die Familie und das Haus des Bräutigams übergegangen ist. Mit dem Abschluss dieses Ehevertrages waren der Mann und die Frau miteinander verlobt und der Ehevertrag war bereits rechtsgültig. Normalerweise wartete man aber mit der Heimholung der Braut in das Haus des Bräutigams ein Jahr, um sicherzustellen, dass die Braut auch wirklich noch Jungfrau war. Wäre ihr in diesem Jahr durch einen immer größer werdenden Bauch eine Schwangerschaft nachgewiesen worden, so wäre klar gewesen, dass sie vor dem Abschluss des Ehevertrags von jemand anderem geschwängert worden wäre und damit keine Jungfrau mehr war. So konnte man den Ehevertrag wieder auflösen und im zweiten Schritt die Braut auch vor Gericht stellen wegen Unzucht.
Bei Maria hat es sich nun genauso abgespielt. Sie befand sich als Verlobte in diesem Wartejahr und Josef hatte sie noch nicht in sein Haus geholt. Und genau jetzt muss Maria ihren Verlobten offenbaren, dass sie schwanger ist.
An der Reaktion von Josef wird zweierlei deutlich: seine Aufrichtigkeit und auch seine Barmherzigkeit. Da Josef natürlich nicht von einer Schwangerschaft durch den Heiligen Geist ausgegangen ist, brachte er seine Enttäuschung über die nicht von ihm stammende Schwangerschaft dadurch zum Ausdruck, dass er die Ehe auflösen wollte. Er wollte dies aber stillschweigend ohne Einbezug der Öffentlichkeit tun, damit Maria nicht vor Gericht gestellt würde und je nach Richter ernsthafte Konsequenzen bis zur Todesstrafe hätten erleiden müssen. Josef lässt hier Barmherzigkeit vor Recht geschehen. Das ist sicher seiner Liebe zu Maria, aber auch seiner großen Barmherzigkeit geschuldet. Dies macht auch deutlich in welcher Familienatmosphäre Jesus aufgewachsen ist. Hier herrschte nicht strenge Gesetzlichkeit, wo ohne Rücksicht auf Verluste das Gesetz bis zum letzten durchgezogen wurde, sondern Jesus hatte einen Vater, der um der Liebe willen Gnade vor Recht ergehen ließ. So wurde unser Herr nicht nur von seinem barmherzigen himmlischen Vater, sondern auch von seinem barmherzigen irdischen Vater geprägt.

Dienstag, 20. Oktober 2015

Ein Wort an Ehemänner

Ein Wort an Ehemänner

Nehmt Eheprobleme ernst!

Immer und immer wieder erlebe ich das gleiche Szenario:

Ehefrauen empfinden meistens wesentlich schneller Probleme in der Ehe als Männer. Für sie ist wesentlich früher die Harmonie gestört, das Fundament verschoben, das Glück in Gefahr, die Zweisamkeit angeknackst.

Und wenn Frauen anfangen, dieses Empfinden zu thematisieren, wenn sie darüber reden wollen, dann neigen viele Männer dazu, das Ganze nicht wahrhaben zu wollen und es nicht aufzugreifen. Innerlich denken wir Männer dann:

Stell dich doch nicht so an, es ist doch alles o.k., ich auf alle Fälle bin glücklich.

Ich muss so viel arbeiten, ich habe so viele Probleme bei der Arbeit, ich will nicht nach Hause kommen und dann nochmal auf Probleme stoßen.

Ich will, dass es einfach funktioniert zu Hause.

Ich will, dass meine Welt heil bleibt! Ich habe keine Lust auf dauernde Grundsatzdiskussionen.

Ich will, dass mein zuhause der Ort des Glücks ist, wo ich ankomme, heimkomme, auftanken und genießen kann.

Und ständig müssen die Frauen dann mit irgendwelchen Problemen kommen, mit Harmoniestörungen und Rissen in der Zweisamkeit.

Was stimmt denn jetzt schon wieder nicht für sie?

Die soll sich nicht so anstellen, nicht so kompliziert tun, nicht so anspruchsvoll sein.

Und so neigen wir Männer dazu, das, was unsere Frauen thematisieren wollen, zu banalisieren, zu verdrängen oder einfach nicht ernst zu nehmen.

Wir machen innerlich zu beim ersten Anzeichen, dass Frauen an unserer Ehe herum kritisieren. Wir hören nicht hin und lassen uns nicht darauf ein.

Und dann wundern wir uns, warum Frauen plötzlich nach ein paar Jahren nicht mehr mit uns zusammen leben wollen, ausbrechen müssen oder sich in einen anderen Mann verlieben.

Und wenn wir sie dann zur Rede stellen, hören wir diesen berüchtigten Satz: ich habe es doch jahrelang versucht, mit dir über unsere Eheprobleme zu reden. Du wolltest einfach nicht hören!

Und wenn wir dann endlich aufwachen und hinhören wollen und uns der Problematik annehmen, ist es leider oft zu spät und das Wohlwollen und die Motivation und die Liebe der Frauen haben sich verbraucht.

So bitte ich euch ihr lieben Männer: nehmt es ernst und greift es auf, wenn eure Frauen etwas an eurer Ehe zu bemängeln haben.

Auch wenn das Kraft kostet und unangenehm ist - Es ist kein Vergleich zu der Kraft und der Verzweiflung und der Hilflosigkeit und der Ohnmacht und dem Schmerz, die es kostet, wenn man nicht hinhört und weiterhin die Anliegen unserer Frauen nicht wirklich ernst nimmt.

Und dieses ernst nehmen muss ja kein Schuldeingeständnis sein. Aber eben mindestens die Bereitschaft, darüber zu reden und miteinander eine Lösung zu finden.

Dienstag, 13. Oktober 2015

Was Ehen stark macht

Am vergangenen Sonntag haben meine Frau Nina und ich gemeinsam im Gottesdienst darüber gesprochen, wie man die eigene Ehe stärken kann und die gemeinsame Schnittmenge pflegen.
Wir empfehlen diesen Talk allen bestehenden und werdenden Ehepaaren wärmstens.

Freitag, 17. April 2015

Zimzum der Liebe



In den Ferien haben Nina und ich gemeinsam ein Ehe-Buch gelesen.
http://645e533e2058e72657e9-f9758a43fb7c33cc8adda0fd36101899.r45.cf2.rackcdn.com/harpercollins_us_frontbookcovers_648H/9780062194244.jpgEs stammt von Rob und Kristen Bell. Ja, dem Rob Bell. Es hat den seltsamen Titel: The Zimzum of love. Zimzum (hebr. צמצום, wörtlich ‚Konzentration‘ oder ‚Kontraktion‘), ist nach der Kabbala die Selbstkontraktion Gottes aus seiner eigenen Mitte. Es entsteht ein mystischer Hohlraum, durch den die Existenz des Weltalls überhaupt erst möglich gemacht wird.
Dahinter steht der Gedanke, dass neben einem allmächtigen Gott nichts anderes existieren kann. Es gibt keinen Raum für eine andere Existenz. Nur durch die freiwillige Selbstbeschränkung Gottes entsteht Raum für etwas anderes zu existieren. Indem Gott auf ein Stück seiner Macht verzichtet, entsteht erst die Möglichkeit einer Schöpfung. Du und ich haben nur die Macht zu atmen und zu leben, weil Gott auf ein Stück seiner Macht verzichtet hat.
(Ganz ähnlich argumentiert übrigens auch der jüdische Philosoph Hans Jonas, der in der freiwilligen Selbstbeschränkung Gottes nun auch Raum für das Böse sieht und so für sich eine Erklärung der Theodizee-Frage besonders im Lichte des Holocaust findet).
Aber zurück zum Thema. Das Buch ist kein Eheratgeber. Es wartet nicht auf mit einer Fülle praktischer Tipps und Ratschläge. Es beschreibt vielmehr das Mysterium Ehe und versucht zu beschreiben, welche Dynamik, Wechselwirkung und Energie im Zentrum einer Ehe herrschen.
Durch die Liebe und die Vereinigung von Mann und Frau entsteht solch ein Zimzum, ein neuer Raum, ein gemeinsamer Raum, der das eigentliche Herzstück einer jeden Ehe ist.
Was ich in meinen Predigten oft als Wohlwollentank bezeichnet habe, fassen die Bells in neue Begriffe.
Im Grunde ist es sich sehr ähnlich. Diesen gemeinsamen Raum der Ehe gilt es zu hegen und zu pflegen, aus ihm fließt die Energie und Kraft der Ehe und dieser Raum ist immer wieder gefährdet.
In vier Kapiteln beschreiben sie die Eigenschaften dieses Zimzum.
Man hat nach dem Lesen dieses Buches keine neue To-do-Liste, was man alles umsetzen möchte, vielmehr staunt man über das Mysterium Ehe und hat den Eindruck ihm ein wenig mehr auf die Spur gekommen zu sein.

Hier zwei kleine Videos der beiden als Teaser für das Buch:


Freitag, 20. Februar 2015

Der Liebes-Code

Unter diesem Titel wurde jüngst in der Welt ein Artikel von Nicola Erdmann veröffentlicht, der sich mit der Frage beschäftigt was wahre Liebe zwischen Ehepaaren wirklich ausmacht.
Für eine dauerhafte Beziehung braucht es mehr als Verliebtheit, Erotik und Leidenschaft.
Irgendwie ist das allen klar, und doch sind es genau diese Gefühle, nach denen die meisten Ausschau halten.
Besonders wichtig für eine Beziehung sind gemeinsame Ziele,  ähnliche Werte und Moralvorstellungen.Es ist die Summe der Gemeinsamkeiten, die eine Beziehung stark macht.Gerade weil sich Gegensätze anziehen ist es so wichtig, auf das Gemeinsame zu achten.
Es sind die Gemeinsamkeiten, die gemeinsamen Interessen, der gemeinsame Glaube, die gemeinsamen Hobbys, die gemeinsamen Ziele, die gemeinsamen Kinder, die gemeinsamen Ferien die den Liebestank füllen, den Wohlwollen Tank.
Und es sind die Unterschiedlichkeiten, die natürlich unvermeidbar sind, die genau diesen Tank leeren.

Romantik am Rhein
Offensichtlich scheint es immer schwerer zu werden, den richtigen Partner zu finden. Das immer spätere Heiratsalter  liegt ja nicht nur an der verlängerten Ausbildung, sondern auch an der Schwierigkeit, sich für einen Partner konkret zu entscheiden. Erdmann schreibt:
Sarah war sieben Jahre lang Single. Im Sommer 2010 lernt sie bei der Arbeit Felix kennen, einen der "nettesten Menschen der Welt", wie sie bald von ihm sagt, aber Interesse an ihm als Mann hat sie nicht. Optisch ist er nicht ihr Typ, außerdem ist er ziemlich klein, sie hat andere Vorstellungen. Doch sie arbeiten über Wochen zusammen, er zeigt irgendwann ziemlich deutlich sein Interesse an ihr, sie sind sich einig über zentrale Fragen, haben die gleichen Ziele, den gleichen Humor. Sarah mag Felix – und als er sie irgendwann küsst, findet sie es okay.
Ein paar Wochen später werden sie ein Paar – es ist unkompliziert mit ihm, er ist zuverlässig, sie verstehen sich. "Ich war so lange Single", sagt Sarah, "und ich dachte mir einfach: Es stört mich nichts Gravierendes, wir verstehen uns so gut, ich sollte das jetzt einfach mal machen." Und bis heute hat sie es nicht bereut, im Gegenteil: Sarah ist sehr glücklich mit Felix, sie hat ihn in Sachen Zuneigung inzwischen aufgeholt.
Der Artikel fragt sinnig, ob solch ein Start in eine Beziehung überhaupt sein darf? So nüchtern, so überlegt, ohne Schmetterlinge im Bauch. Kann das Liebe sein?
Doch gerade neue Studien zeigen, dass der Schlüssel zum Glück »Vernunft« heißt. Auch hier noch einmal ein Zitat aus dem Artikel:
Gewiss, klassischerweise beginnen Beziehungen mit erotischer Anziehung – wer Glück hat, überführt diese dann nach zwei bis vier Jahren in eine Partnerschaft mit freundschaftlicher Liebe. Dafür, dass es eben auch andersrum funktioniert, ist Susanne Wendel das Paradebeispiel. Die heute 42-Jährige tat sich 2011 mit Frank-Thomas zusammen – aus reiner Pragmatik: "Mir war nie einer gut genug, aber dann war ich plötzlich Ende dreißig und wollte noch ein Kind." Da habe sie sich gesagt: "Gut, ich nehme jetzt einen, der da ist." Das war ihr guter Freund Frank-Thomas. Er wollte das Gleiche und ließ sich ein auf den Plan "wir versuchen es jetzt einfach mal" – samt Verlobung. "Es gab weit und breit keine Funken oder Schmetterlinge", erzählt Susanne Wendel. "Zunächst war das wirklich eine riesengroße Überwindung." Das mag befremdlich klingen, für die beiden jedoch war es der Weg zum heute perfekten Lebensglück. Mittlerweile sind sie Eltern eines Sohnes und "total happy".
Wenn in der Gesellschaft Romantik und die Schmetterlinge im Bauch immer noch der Leitstern  für das Eingehen einer Partnerschaft sind, ist es bei uns Christen oft die göttliche Führung.
Auch hier macht so manches Mal die Vernunft oder die objektiven Gemeinsamkeiten der göttlichen Fügung und dem Wunder des Kennenlernens Platz.

Der Artikel erwähnt einige neueste Untersuchungen, was Paare scheinbar zusammenhält. Das eine oder andere finde ich doch sehr bemerkenswert:
Psychologen der University of Virginia haben herausgefunden, dass dreimal am Tag 90 Sekunden Zeit für den Partner genügen sollen, um eine Beziehung stabil zu halten.
Diese Erkenntnis stimmt mich doch eher traurig als hoffnungsvoll. Auf welchem Niveau  müssen sich Beziehungen befinden, dass sie durch 4,5 Minuten Zuwendung am Tag stabil bleiben?
Andere Wissenschaftler sagen, dass Berührungen das Wichtigste für die Zufriedenheit sind, und dabei seien Küsse wichtiger als Sex. Bis zu 100.000 von ihnen verschenken wir im Laufe des Lebens an Partner, mit einer mittleren Dauer von zwölf Sekunden.
Bemerkenswert finde ich die Erkenntnis, dass Beziehungen dadurch glücklich werden, wenn auf fünf positive Interaktionen zwischen Partnern nur eine negative kommt!
Mit dieser Gottmann-Konstante lässt sich in mehr als 90 Prozent aller Fälle korrekt vorhersagen, ob ein Paar sich trennen wird. Bei Paaren, wo negative Interaktionen sogar bereits in der Öffentlichkeit vorkommen, ist es um die Zukunft schlecht bestellt.
Ich denke diese Gleichung gilt nicht nur für Ehepaare sondern ganz allgemein für zwischenmenschlichen Umgang. Auch in unseren Gemeinden und im Umgang  mit Mitarbeitern wäre diese Konstante äußerst hilfreich!

Dienstag, 7. Februar 2012

Ist Sex vor der Ehe hilfreich?

Sollte man mit dem Sex warten, bis man verheiratet ist? Diese Frage stellen sich v.a. Christen immer wieder und sehen sich in dieser Frage zunehmend unter Druck durch gesellschaftliche Wertvorstellungen. Nun hat die Zeitschrift Fokus einen amerikanische Studie zu dieser Frage veröffentlicht, die interessante Schlüsse zieht.

Samstag, 26. November 2011

Inzucht im Hohenlied?

Hoheslied 4,10: Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester, liebe Braut! Deine Liebe ist lieblicher als Wein, und der Geruch deiner Salben übertrifft alle Gewürze.

Wie kommt es, dass der Bräutigam seine Braut als Schwester bezeichnet? Hat das einen tieferen Sinn oder steckt sogar etwas richtungsweisendes dahinter?

Mehr dazu im Video...